Beyoğlu Blues
Gedichte / Siirler

3. Auflage

zweisprachig
Türkisch-Deutsch

Übertragen ins Türkische
von Miray Atli


Mit einem Vorwort von
Erika Glassen (Unionsverlag)


Fixpoetry Verlag,
Hamburg 2011

ISBN 978-3-942890-00-7
8,90 €


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"Beyoglu Blues": Gerrit Wustmann & Oya Erdogan im Gespräch mit FIXpoetry


"Eine nostalgische Liebeserklärung an Istanbul."
- Erika Glassen, Herausgeberin Türkisches Programm im Unionsverlag

"Im Bewusstsein der Tradition – Wustmann flechtet in seine Verse Reminiszenzen an Autoren wie Sait Faik, Nazim Hikmet, Orhan Veli und Jörg Fauser ein – wird der Zyklus zu einem komplexen, farbenreichen Kaleidoskop, in dem das Vorfindliche synästhetisch ineinanderfließt. Es ist gerade diese subtile, im Alltäglichen nie ganz greifbare Verschmelzung disparater sinnlicher Erfahrungen, die sich in Wustmanns Wendungen wie etwa der vom „klang der blicke / auf dem rücken einer schönen frau“ oder der vom „blick, der schwarz ist / wie der herzschlag im wasser / des bosporus“ nachhaltig einprägt. Indes führte die Lesung vor Augen, wie entschieden diese Dichtung jeder Beschaulichkeit widersteht und sich stattdessen als äußerst empfänglich erweist für die unterschiedlichen, ja auch: gegensätzlichen und widersprüchlichen Phänomene des heutigen Istanbul, das stellvertretend stehen mag für die so unverzichtbar gewordene Begegnung und Verständigung der Kulturen. Dass es Gerrit Wustmann gelingt, aus dem disparaten Erfahrungs-Material der west-östlichen Metropole eine derart eigenständige poetische Einheit zu gewinnen, ist die größte Leistung seines Werkes."
- Christoph Leisten (Rezension bei Fixpoetry)


„ich höre den klang deiner haut“ – Beyoðlu Blues ertönt in farbigen Stimmlagen, schwingenden Szenen, stillen Momenten. Gerrit Wustmann erkundet im rauschenden Stadtteil Istanbuls die Gestimmtheit flüchtiger Namen, singender Blicke, lautloser Katzenpfoten und sprechender Lichter neben den ewig klagenden Möwen und den Rufen des Muezzins – in klingendes Türkisch übertragen von Miray Atli. Beyoðlu Blues lässt sich hören, ein poetisches Klanggewebe, zart und intensiv in besonnenem Rausch."
- Oya Erdoğan


"Gerrit Wustmann läßt in seinem Gedichtzyklus Beyoglu mit einem feinen Gespür für Zwischentöne lebendig werden. Man hört den pulsierenden Herzschlag des auf der europäischen Seite von Istanbul gelegenen Stadtteils, folgt dem Autor durch die Straßen und Seitengassen, durch die er einen mit präziser Wahrnehmung und subtiler poetischer Sprache führt. Dieser Zyklus ist ein beeindruckendes dichterisches Beyoglu-Porträt mit Tiefenschärfe."
- Axel Kutsch


 galata kulesi unten
nacht die akkorde der sitar
und die klage der saz des mannes
der immer hier sitzt die klage
der bäume und die violinen
die aus fenstern klingen
morgens um zwei stimmt
der gitarrenbauer ein letztes
instrument bevor er die letzten
katzen füttert ein letzter çay
ein letzter noch zuletzt dieser
blick dieses lachen und
die nachtlichter der schiffe
auf dem bosporus
 galata kulesi aşağıda
gece, akordları sitarın
ve sazının yas tutmasi
hep burada oturan o adamın
yas tutması ağaçların ve violinlerin
pencerelerden yankılanan
gece saat ikide akordunu yapar
son bir kere gitar ustası
en geçe kalan kedileri doyurmadan önce
son bir çay, en son bir çay daha
en sonunda bu bakış
bu gülüş
gemilerin ışıkları
boğaziçinde